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Interview mit Heilpraktikerin Rose Steffen

Heilpraktiker Ausbildung:
Wo Kosmetik ihre Grenzen hat, fängt Heilkunde an

Eine Ausbildung zum/r Heilpraktiker/in? Für viele ist der Beruf der/des Heilpraktiker/in ein großes Fragezeichen. Wie läuft eine solche Ausbildung ab? Was sind die Vorteile? Welche Möglichkeiten hat man danach? Und und und.

Wir haben die Antworten auf all Ihre Fragen und darüber hinaus – im Interview stellt die Geschäftsführerin der BAGA, Schulleiterin, Dozentin und leidenschaftliche Heilpraktikerin Rose Steffen die Ausbildung vor, gibt Insider-Tipps, erzählt von ihren Erfahrungen und lässt Sie an ihrer tiefgehenden Expertise in diesem Gebiet teilhaben. Danach sind garantiert keine Fragen mehr offen, versprochen!

Frau Steffen, was war Ihre Intention als Kosmetikerin eine Heilpraktiker Ausbildung zu absolvieren?

Als Kosmetikerin habe ich irgendwann gemerkt, dass ich bei den Behandlungen an meine Grenzen komme. Kosmetik ist Pflege von Außen, die ihre Grenzen hat, da viele Hautprobleme innere Ursachen haben. Wo Kosmetik ihre Grenzen hat, fängt Heilkunde an – dazu braucht ein/e Kosmetiker/in aber das Wissen, das ihr in der Heilpraktiker Ausbildung vermittelt wird. Ich war neugierig und wollte eben genau dieses medizinische Wissen über den Körper, verschiedene Krankheiten und deren Ursachen, lernen.

Was sind Ihrer Meinung nach, z.B. für KosmetikerInnen, die größten Vorteile einer Heilpratiker Ausbildung?

Hautprobleme haben oft innere Ursachen. Um diese erkennen, diagnostizieren und letztendlich therapieren zu können und dürfen ist eine medizinische Ausbildung notwendig. Als Kosmetikerin bewegt man sich oft in einem gefährlichen Graubereich – man darf zum Beispiel nur Hautunreinheiten, jedoch keine Akne behandeln. Als Heilpraktiker/in darf man durch das erlernte medizinische Wissen wiederum solche Hauterkrankungen diagnostizieren als auch therapieren und befindet sich somit rechtlich in Sicherheit. Man wechselt sozusagen die Rolle als Dienstleister/in mit der einer/s Therapeut/in, welche/r medizinische Hilfe leisten und Pflegeprodukte wie Medikamente verordnen kann.Durch das umfangreiche Wissen als Heilpraktiker/in therapiert man nicht nur Hautprobleme, man erschließt sich auch andere Felder wie z.B. Schmerz- oder Ernährungstherapie.Erweiternde Therapiemethoden wie z.B. Infusionstherapien, Injektionen, Akupunktur usw. bieten ein weiteres interessantes Tätigkeits- und Geschäftsfeld.Ein großer Vorteil in der aktuellen Zeit: Heilpraktiker/innen gelten als systemrelevant und können somit auch während des Lockdowns Krankheiten, wie Rosazea oder Neurodermitis therapieren.Weitere Vorteile einer Heilpraktiker Ausbildung finden Sie hier.

Was sind die Voraussetzungen für eine Heilpraktiker Ausbildung?

Bei Ablegung der Prüfung muss man 25 Jahre alt sein, mindestens einen Hauptschulabschluss vorweisen können und über eine Aufenthaltserlaubnis in Deutschland verfügen. Vor Durchführung der Prüfung muss außerdem ein einwandfreies polizeiliches Führungszeugnis und ein ärztliches Attest, das bescheinigt, dass man physisch und psychisch in der Lage ist den Beruf des Heilpraktikers auszuüben, vorgelegt werden.

Letzteres ist ein sehr wichtiger Punkt: Ist man psychisch in der Lage diesen Beruf auszuüben? Verfügt man über die nötige Reife und mentale Stärke mit schweren Schicksalen und Krankheiten der Patienten, die einem als Heilpraktiker/in begegnen, umzugehen? Ich persönlich habe durch die Heilpraktiker Ausbildung einen immensen Reifeprozess durchlebt, der mich nachhaltig geprägt und auf den Beruf des Heilpraktikers vorbereitet hat. Die Heilpraktiker Ausbildung ist nicht nur durch den Erwerb von neuem Wissen, sondern auch für die eigene Persönlichkeitsentwicklung eine große Bereicherung. Im praktischen Teil der Ausbildung, in der Psychotherapie, erfährt man schon sehr viel über sich und auch Andere und lernt mit verschiedenen Situationen und Menschen umzugehen.

Haben Sie Tipps für die Prüfungsvorbereitung?

Es ist auf jeden Fall sinnvoll einen Prüfungsvorbereitungskurs zu besuchen, wie wir ihn auch bei der BAGA von einer absoluten Spezialistin auf diesem Gebiet, anbieten. Meiner Erfahrung nach sollte man mit der Vorbereitung schon 6 Monate vor Ablegung der Prüfung beginnen.

Für mich heißt Prüfungsvorbereitung vorher erlerntes, tiefes Wissen in eine prüfungsrelevante Form zu bringen. Struktur ist immens wichtig bei der Vorbereitung und auch Durchführung der Prüfung: Wie strukturiere ich Wissen? Wie teile ich mir den Stoff ein? Was wird prozentual am häufigsten abgefragt? All diese Fragen werden im Vorbereitungskurs besprochen und helfen den Schülern die anspruchsvolle Prüfung im besten Fall zu bestehen.

Ein Prüfungsvorbereitungskurs ersetzt jedoch niemals das vorher konstante und intensive Lernen. Die Ausbildung zum/zur Heilpratiker/in ist einer der anspruchsvollsten Ausbildungen überhaupt und erfordert Durchhaltevermögen, Ehrgeiz und Begeisterung. Belohnt wird man dann aber auch mit einem der schönsten Tätigkeitsfelder: Als Heilpratiker/in helfen wir den Menschen auf vielfältigste Weise.

Haben Sie aus Ihrer Ausbildung etwas Besonderes mitgenommen, was Sie in Ihrer beruflichen Laufbahn geprägt hat?

Ich hatte einen Dozenten, der unwahrscheinlich souverän und ein Vorbild für mich war, da ich selbst zu der Zeit eher unsicher war. Diese Ausbildung hat mich komplett verändert: Sie hat mir Souveränität und Selbstbewusstsein gegeben und mich in meiner ehrliche Art noch mehr bestärkt.

Gab es auch Momente, in denen Sie die Ausbildung am liebsten hingeschmissen hätten?

Es gab Momente, die eine Herausforderung waren, bei denen ich mir aber dachte ‘Jetzt erst recht!’ Gezweifelt habe ich nie – ich bin bis heute froh, die Ausbildung zur Heilpraktikerin gemacht zu haben, da sie eine Bereicherung für mein Leben war und immer noch ist.

Wie kam es dazu, dass Sie Dozentin wurden?

Ich war Schülerin und der Dozent für Dermatologie konnte nicht unterrichten, weshalb ich vom Schulleiter gefragt wurde, ob ich nicht einspringen könne, da er wusste, dass ich in dem Gebiet schon viel Wissen mitbrachte. Die anderen Schüler waren begeistert und so kam eines Tages, nachdem ich die Heilpraktiker Prüfung bestanden hatte, ein früherer Dozent auf mich zu, der mich fragte, ob ich nicht gerne selbst als Dozentin unterrichten wollen würde. Heute habe ich meine eigene Heilpraktikerschule in Eppingen, die Teil der BAGA ist, in der ich die Heilpraktiker Ausbildung nochmal auf ein neues Level gebracht habe. Wir legen besonderen Wert auf eine Ausbildung mit tiefem schulmedizinischen Wissen und kombinieren dies mit naturheilkundlichen Therapien. Sowohl in der Theorie als auch in der Praxis.

Vielen Dank, liebe Frau Steffen, für das sehr aufschlussreiche und spannende Interview.

Wir hoffen, Sie sind jetzt auch ein wenig schlauer und es wurden all Ihre offenen Fragen zur Heilpraktiker Ausbildung beantwortet. Hier finden Sie weitere Informationen und Kursdetails.

BAGA Rose Steffen Heilpraktikerin

aktualisiert am 22.03.2021